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Burnout mit 35: Warum die Lebensmitte das grösste Risiko trägt

Wer an Burnout-Prävention denkt, denkt oft an überlastete Berufseinsteiger:innen oder erschöpfte Mitarbeitende kurz vor der Pensionierung. Eine der grössten deutschen Beschäftigtenstudien zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz zeichnet ein anderes Bild: Das Burnout-Risiko folgt keiner geraden Linie, sondern einer Kurve mit einem klaren Gipfel – mitten im Berufsleben.

6 Min. Lesezeit·8. September 2026·hypnovital® Redaktion

Die Zahlen: ein Gipfel bei 31 bis 40 Jahren

Der „Workplace Insights"-Report des Softwareunternehmens DearEmployee wertete die Angaben von über 79'000 Beschäftigten aus 357 Unternehmen aus. Das Ergebnis: 18 Prozent der 31- bis 40-Jährigen schätzen sich selbst als burnout-gefährdet ein – der höchste Wert aller Altersgruppen. Bei den unter 21-Jährigen sind es nur 6 Prozent, bei den 21- bis 30-Jährigen bereits 13 Prozent. Nach dem 40. Lebensjahr sinkt das Risiko wieder leicht und liegt bei den über 60-Jährigen noch bei 16 Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg schätzen sich 12 Prozent der Beschäftigten als burnout-gefährdet ein.

Auch aus der Schweiz gibt es ein ähnliches Signal, wenn auch etwas älteren Datums: Eine SRG-Erhebung von GFS Bern aus dem Frühjahr 2023 (über 57'000 Befragte) kam auf 25 Prozent der Erwerbstätigen, die sich burnout-gefährdet fühlen, und 17 Prozent, die bereits ein Burnout erlebt hatten. Die Grössenordnung ist damit über beide Länder hinweg vergleichbar hoch – auch wenn die Schweizer Zahl das Gesamtkollektiv und nicht die Altersverteilung abbildet.

Warum genau diese Lebensphase?

Die Studienautor:innen selbst nennen keine einzelne Ursache, aber das Muster passt zu dem, was in der Arbeitswelt oft als „Sandwich-Phase" beschrieben wird: In den Dreissigern und frühen Vierzigern verdichten sich häufig gleich mehrere Belastungen. Beruflich stehen viele in Führungsverantwortung oder mitten im Karriereaufbau, privat fallen Familiengründung, Pflege von Angehörigen oder eine Immobilienfinanzierung oft in dieselben Jahre. Wo jüngere Beschäftigte noch wenig Verantwortung tragen und ältere ihre Prioritäten häufig bereits neu geordnet haben, kumulieren sich die Anforderungen genau in dieser Mitte.

Für HR bedeutet das: Ein pauschales BGM-Angebot „für alle" trifft nicht automatisch die Gruppe mit dem höchsten Risiko. Wer Ressourcen gezielt einsetzen will, sollte wissen, in welcher Karrierephase sich das eigene Team überwiegend befindet.

  • Burnout ist kein Nachwuchsproblem: Nur 6 Prozent der unter 21-Jährigen sehen sich gefährdet – am anderen Ende der Kurve liegt das eigentliche Risiko.
  • Der Gipfel liegt bei 31–40 Jahren: Mit 18 Prozent doppelt so hoch wie bei den 21- bis 30-Jährigen.
  • Doppelbelastung als möglicher Treiber: Karriereverantwortung und private Weichenstellungen (Familie, Pflege, Wohneigentum) fallen häufig zusammen.
  • Alterssensible BGM-Planung lohnt sich: Wer weiss, welche Altersgruppe im eigenen Betrieb überwiegt, kann Präventionsangebote gezielter platzieren statt sie zu verstreuen.

Burnout-Prävention, die alle Altersgruppen gleich behandelt, übersieht ausgerechnet die Gruppe mit dem höchsten Risiko: die Mitte der Erwerbsbiografie.

Fazit: Prävention dort ansetzen, wo der Druck am grössten ist

Die Daten zeigen deutlich: Wer BGM-Massnahmen unabhängig vom Alter der Belegschaft plant, verschenkt Wirkung. Gerade für Teams mit vielen 30- bis 45-Jährigen lohnt sich ein Blick auf niederschwellige, gut in den Alltag integrierbare Angebote. Unser Audio-Programm „Resilienz aufbauen" (29.90 €/CHF pro Person) unterstützt beim Aufbau innerer Widerstandskraft in genau den Phasen, in denen mehrere Belastungen gleichzeitig auf eine Person einwirken – als Ergänzung zu bestehenden BGM-Massnahmen, nicht als Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Für Teams eignet sich zudem unser Live-Event als gemeinsamer, unkomplizierter Einstieg ins Thema.

Quellen

  • DearEmployee GmbH, „Workplace Insights 2025" (Pressemitteilung Mai 2025, Datenbasis 79'416 Beschäftigte aus 357 Unternehmen): https://dearemployee.de/workplace-insights/workplace-report-2025/ ; https://www.presseportal.de/pm/150441/6041955
  • SRG/GFS Bern, Erhebung zu Stress und Burnout in der Schweiz (April/Mai 2023, über 57'000 Befragte): https://www.srf.ch/news/wirtschaft/stress-am-arbeitsplatz-hunderttausende-in-der-schweiz-sind-burnout-gefaehrdet

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