Nicht zu wenig Schlaf, sondern unruhiger Schlaf: Was eine neue Studie für BGM bedeutet
„Ich schlafe eigentlich genug" – und trotzdem wacht man wie gerädert auf. Eine neue Studie der University of Edinburgh gibt diesem Gefühl Daten. Sie zeigt: Bei Beschäftigten ab 50 liegt das Problem häufig nicht in der Schlafdauer, sondern in der Schlafqualität. Und die Arbeit ist dabei ein wesentlicher Einflussfaktor.
Die Studie: ein Jahr, Smartwatch und Selbstauskunft
Das Forschungsteam um Athanasios Tsanas (Usher Institute) und Belinda Steffan (University of Edinburgh Business School) begleitete 45 Beschäftigte im Alter von 50 bis 66 Jahren aus verschiedenen Branchen ein Jahr lang. Erhoben wurden mehr als 1.900 Selbstauskünfte zu Wohlbefinden und Arbeitsalltag sowie über 5.200 Tage an Daten von Wearables am Handgelenk. Die Ergebnisse erschienen im Juli 2026 in Scientific Reports; das Projekt gehört zum Programm „Supporting Healthy Ageing at Work" (SHAW).
Was die Daten zeigen
- Knapp 70 % der Teilnehmenden hatten anhaltende, klinisch auffällige Schlafprobleme – ohne bekannte Schlafstörung in der Vorgeschichte.
- Rund 92 % überschritten mindestens einmal im Studienverlauf die klinische Schwelle für eine Schlafstörung.
- Etwa 90 % erlebten Schlafunterbrechungen, obwohl sie im Schnitt 6,5 bis 8 Stunden im Bett verbrachten. Nicht zu wenig, sondern gestörter Schlaf stand im Vordergrund.
- Das Wohlbefinden hing deutlich an einer stabil erlebten Work-Life-Balance. Negative Gefühle bei der Arbeit wie Anspannung oder Gereiztheit gingen mit schlechterem Wohlbefinden einher.
Was man dazu wissen sollte
Die Stichprobe ist klein, die Teilnehmenden stammen aus Grossbritannien, und die Studie beobachtet Zusammenhänge – sie beweist keine Ursache. Auch Faktoren wie Wechseljahre, Pflege von Angehörigen oder finanzielle Sorgen spielen laut den Forschenden eine Rolle. Die Studie taugt deshalb nicht als Beleg dafür, dass „die Arbeit" Schlafstörungen verursacht. Sie liefert aber einen wertvollen Hinweis: Wer Schlaf im Betrieb nur über Arbeitszeiten und Pausen betrachtet, sieht einen Teil des Bildes.
Was HR und BGM daraus mitnehmen können
- Schlafqualität ist ein Gesundheitsthema, nicht nur Privatsache. Die Forschenden empfehlen Arbeitgebenden ausdrücklich, Schlafqualität, Wohlbefinden am Arbeitsplatz und Work-Life-Balance stärker zu gewichten.
- Die Zielgruppe 50+ nicht vergessen. Viele BGM-Angebote sind auf Bewegung und Ernährung ausgerichtet. Erholung und Schlaf kommen seltener vor.
- Abschalten lernbar machen. Wer abends nicht runterkommt, profitiert von einfachen, alltagstauglichen Routinen – idealerweise ohne grossen Aufwand für Teams und HR.
Fazit: Erholung ist Übungssache
Gute Rahmenbedingungen im Betrieb bleiben die Basis. Als niedrigschwellige Ergänzung können Entspannungs- und Selbsthypnose-Audios helfen, abends besser abzuschalten. Unser Audio-Programm „Tief schlafen" (29.90 €/CHF pro Person) ist genau dafür gedacht: als Training zur Entspannung und Einschlafroutine, das Mitarbeitende selbstständig und ohne Vorbereitung nutzen können. Es ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung – bei anhaltenden Schlafstörungen gehört die Abklärung in ärztliche Hände. Für Teams lohnt sich ein Blick auf unsere Firmenangebote unter hypnovital.net/unternehmen.
Quellen
- University of Edinburgh: Hidden sleep crisis among workers over 50, study suggests (https://www.ed.ac.uk/news/hidden-sleep-crisis-among-workers-over-50-study-suggests) (28.07.2026)
- Studie: „Interrelations of work with health and wellbeing on a 50+ year old workforce assessed using longitudinal self-reports and actigraphy", Scientific Reports (2026), nature.com/articles/s41598-026-58229-z (https://www.nature.com/articles/s41598-026-58229-z)
- Weiterführend: MedicalXpress-Bericht (https://medicalxpress.com/news/2026-07-potential-crisis-workers-links-stress.html)
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